Lichtverschmutzung und Sterne

Was kann man am Abend so sehen am Himmel in der „Lichtverschmutzten Stadt“ Jena? 

Wenn Sie abends hochschauen, sehen Sie kaum noch Sterne am Himmel. Lichtverschmutzung lässt die dunkle Nacht selten werden. Lichtsmog stört die Finsternis und Ökosysteme. Straßenbeleuchtungen, Strahler, die Gebäude und Gärten anleuchten und hell leuchtende Werbeschilder lassen die natürlichen Lichter der Nacht, die Sterne, immer mehr verblassen. Nachtaktive Vögel und Insekten werden in ihrem Rhythmus und bei der Orientierung gestört. Die zunehmende Lichtverschmutzung ist u. a. auch bedingt durch den vermehrten Einsatz von LED-Leuchten. Wir können hier in der Jenaer Innenstadt nur Sterne bis etwa zur scheinbaren Helligkeit (Größenklasse) von etwa 3 mag (Magnitudo) erkennen. Sterne der 1. Größenklasse scheinen heller als Sterne der 2. oder 3. Größenklasse. Nur wenige helle Objekte haben eine negative Größenklasse. Minus 4,4 mag hat die Venus und die Internationale Raumstation ISS minus 5 mag.

Der Planet Venus war bis etwa 27. Mai am Abendhimmel zu sehen. Die Venus wurde ab Mitte Juni sogenannter „Morgenstern“. Die Abendsichtbarkeit des Planeten Merkur war vom 15. Mai bis 14. Juni. Am 22. Mai begegneten sich Merkur und Venus. Sie hatten einen Abstand von nur 0,9 Grad. Vom 22. Juli bis 5. August und 6. bis 18. November wird sich der Merkur wieder zeigen, aber dann am Morgenhimmel.
Im Mai neigten sich die Sterne des Wintersechsecks im Westen dem Horizont, dem Untergang zu.

Im Juli, August und September sind es schon die Sterne des Frühlingsdreiecks, die im Westen untergehen.

Die Hochsommernächte wurden vom Sommerdreieck beherrscht. Hoch im Süden funkeln mit Deneb im Schwan und Wega in der Leier zwei der hellsten Sterne am irdischen Himmel. Unter ihnen vollendet der Atair im Adler das Dreieck. Östlichen strahlt der Stern „Scheat“ im Sternbild Pegasus, ein Stern des Herbstvierecks. Das Herbstviereck wird aus den hellsten Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda gebildet. Scheinbar aus dem Sternbild Perseus im Osten kommend, konnte man die Sternschnuppen des Perseiden-Stroms erwarten, dessen Maximum in den Morgenstunden des 12. August lag. Leider sind in der Jenaer Innenstadt wegen der Lichtverschmutzung die Sternschnuppen kaum zu sehen.

Am 22. September verabschiedet sich mit der Tagundnachtgleiche der diesjährige Sommer astronomisch und kalendarisch, es begann der Herbst.

Im Oktober ist das Sommerdreieck ist bereits im Südwesten zu finden. In den späteren Nachtstunden bis in den Morgen zeigen sich im Südosten bereits die Sterne des Wintersechsecks.

Planeten der ersten Nachthälfte sind der helle Jupiter und der Ringplanet Saturn vor dem Tierkreissternbild Schütze. Sie kann man ab ca. 19:30 Uhr im Süden beobachten. Etwa 22 Uhr gehen sie im Südwesten unter. Als Planet der ganzen Nacht erscheint Mars vor dem Tierkreissternbild Fische um ca. 19:30 Uhr im Osten. Etwa um 4:30 Uhr geht die Venus im Osten auf.

W. Don Eck

Foto / Grafik © W. Don Eck  (Blende 4,5 – 1/2 s –  ISO-3200)