Eingefangene Sterne – Live

Der Sternhimmel über Jena und monatlich wechselnde Themen

Wir berichten live über den aktuellen Sternhimmel und helfen Ihnen dabei Sterne und Sternbilder zu entdecken. Weiterhin informieren wir Sie über die neuesten Entdeckungen und Entwicklungen in Astronomie sowie bahnbrechende Erkenntnisse über unser Universum und aktuelle Unternehmungen in der Raumfahrt. Monatlich vertiefen wir ein spezielles Thema. Ausdrücklich erwünscht sind Ihre Fragen, Anregungen oder Themenwünsche, die Sie an sternelivefragen@planetarium-jena.de richten oder live in der Veranstaltung äußern können.

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Planeten anderer Sterne, die merkwürdigen Geschwister der Erde

Vor 30 Jahren kannten wir nur die Planeten unseres Sonnensystems: im inneren Teil die
Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars, weiter draußen die
Gasriesen Jupiter und Saturn und ganz außen die Eisriesen Uranus und Neptun. Dazu gesellen
sich noch die Kometen und Asteroiden. Wie selbstverständlich nahmen die Astronomen an, dass alle Planetensysteme so aussehen müssen wie unseres.
Doch die Natur lehrte uns etwas anderes: Unser Sonnensystem ist nur eine von vielen
Möglichkeiten. Es gibt noch weitere Arten von Planeten und der Aufbau der Planetensysteme
ist häufig ganz anders als bei uns. Die Natur ist offenbar viel reichhaltiger, als wir uns das
gedacht hatten.
Seit 2017 untersucht eine Gruppe Forscherinnen und Forschern im Rahmen eines
Schwerpunktprogramms der DFG, wie unterschiedlich Planeten sein können und warum es so
viele verschiedene Arten von Planetensystemen gibt. Ist unser Sonnensystem wo möglich eine
Ausnahme, oder gibt es viele Systeme wie unseres? Sind Planeten wie die Erde selten oder gibt
es sie wie Sand am Meer? Jetzt liegen erste Antworten auf diese Fragen vor.

Referent: Dr. Eike Guenther

TERMINE
Mittwoch • 02.11. • 19:00 Uhr
Samstag • 19.11. • 16.00 Uhr

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Wie Einstein einen Planeten zerstörte (und dabei das Universum entschlüsselte)

23. September 1846: Johann Gottfried Galle und Heinrich d`Arrest beobachten an der
Berliner Sternwarte ein kleines Scheibchen am Nachthimmel.
Ihre Entdeckung – ein neuer äußerer Planet – war kein Zufallstreffer, sondern das Ergebnis
langwieriger Berechnungen. Lange hatte die Bahn des 65 Jahre zuvor entdeckten Planeten Uranus
Rätsel aufgegeben, sie schien nicht ganz den Gesetzen des genialen Isaac Newton zu folgen.
Die Hypothese eines noch weiter von der Sonne entfernten äußeren Planeten erlaubte es,
die Beobachtungen mit Newtons Gravitationsgesetz zu versöhnen. Dieser unbekannte Planet,
später Neptun genannt, müsste nur ein wenig an Uranus ziehen und zerren, um die anomale
Uranusbahn zu erklären.
Aus der Bahnstörung des Uranus folgte dann die Vorhersage von Neptuns Position und damit
Galles Entdeckung. Wenige Jahre später gab die Bahn des inneren Planeten Merkur ein ähnliches
Rätsel auf. Ein bislang unentdeckter, der Sonne sehr naher Planet störte anscheinend die Merkurbahn.

Sie haben noch nie von Vulkan, dem sonnennächsten Planeten gehört?
Dann erfahren Sie im Vortrag von seiner rätselhaften Geschichte.
Sie erfahren weiter, wie Albert Einstein dieses Rätsel schließlich löste und wie die
Wissenschaftsgeschichte auch bei der Beurteilung gegenwärtiger wissenschaftlicher
Probleme hilfreich sein könnte.

Referent: Dipl.-Phys. Carsten Busch (HCU und HAW Hamburg)

TERMINE
Samstag • 17.12. • 16:00 Uhr