Universarium und dessen Vorgänger

Seit der Eröffnung bis in die Gegenwart des Zeiss-Planetariums spiegelt sich die Entwicklung der Planetariumstechnik in insgesamt vier Generationen von Sternenprojektoren:

18. Juli 1926 bis Januar 1969 Modell II
27. April 1969 bis 30. November 1983 Typ 23/7
1. Dezember 1985 bis 30. Juni 1996 ZGP »Cosmorama« 

Zeiss-Planetarium Jena 1985 - Video auf Youtube

seit 19. November 1996 Modell VIII »Universarium«

Oktober 2006 All-Dome-Laser-Image-Projection (ADLIP)

November 2011 VELVET & SpatialWaveSound

Bei der umfangreichen Rekonstruktion zwischen Ende 1983 und Ende 1985 wurde das Zeiss-Planetarium nicht nur technisch modernisiert, sondern auch baulich erweitert.

Der in dieser Zeit installierte Hauptprojektor vom Typ »Cosmorama«, wie seine beiden Vorgänger und sein Nachfolger in den Jenaer Zeiss-Werken entwickelt und gebaut, dokumentiert heute als technisches Denkmal in Jenas Goethe-Galerie wichtige Entwicklungslinien der Stadt als Hochburg der optischen Industrie sowie den Werdegang der Firma Carl Zeiss im Zusammenhang mit der Entwicklung der Planetariumstechnik.

Modell VIII »Universarium« Foto: Stefan Harnisch

Wichtigster Bestandteil einer neuerlichen, sehr umfangreichen Modernisierung, die verschiedene technische Bereiche betraf, ist der Sternprojektor Modell VIII »Universarium«, der sich seit dem Spätherbst 1996 als dominantes technisches Detail im Kuppelsaal des Zeiss-Planetariums erhebt. Dessen ausgeklügelte, am gewachsenen Anspruch orientierte Technik verzichtet auf die bislang praktizierte mechanische Getriebeform für die Planetenbewegungen. »Universarium« ist der erste digital gesteuerte und mit Lichtleitfasern arbeitende Sternprojektor, der eine gänzlich neue technische Dimension eröffnet. Elektronische Schrittmotoren steuern die Bewegungen, gestatten die Darstellung von verschiedenen Konstellationen der Himmelskörper und ermöglichen die denkbar größten Zeitsprünge binnen weniger Sekunden. Vergleichbar problemlos ist es mit »Universarium«, die Betrachterposition zu wechseln, z. B. Venus oder Jupiter als optische Ausgangspunkte zu wählen oder das Sonnensystem virtuell sogar gänzlich zu verlassen. Dias, Video, Panoramen oder All-Sky-Abbildungen können gemeinsam an die Kuppel projiziert werden, ohne daß eine Lichtschwäche in der Sterndarstellung zu verzeichnen wäre. Die Lichtfaseroptik ermöglicht eine Vergrößerung der Sternhelligkeit bis um das Hundertfache bei gleichzeitiger Verringerung der Sternscheibchendurchmesser, und das bewirkt einen naturnahen Strahlungseffekt. Ein leistungsfähiges Anlagenensemble aus zusätzlichen Dia- und Effektprojektoren, Tontechnik, Laser-Multivisions- und Video-Großbildprojektionsanlage ergänzt das Technikpaket des Hauses.