59. Ernst-Abbe-Kolloquium

Mi · 29.10.2014 · 17.00 Uhr - Eintritt frei!

Biodiversitätskrise – Das Sechste Massensterben auf der Erde?

Prof. Dr. Richard Pott - Institut für Geobotanik (Leibniz Universität Hannover)

 

Unter Biodiversität wird im Allgemeinen die Vielfalt aller Lebensformen, das heißt der Artenreichtum beziehungsweise die taxonomische und genetische Vielfalt der Natur auf der Erde verstanden. Einbezogen sind die Lebensgemeinschaften, die Ökosysteme, die Landschaften unseres Globus, die sich in verschiedene aquatische, marine und terrestrische Lebensräume differenzieren lassen, von den arktischen Tundren, den borealen Nadelwäldern, den temperaten Laubwäldern, den mediterranoiden immergrünen Hartlaubregionen, den Wüsten und Halbwüsten, bis hin zu den subtropischen Trockenwäldern und Savannen, den tropischen Regenwäldern, den Mangroven und den Korallenriffen der tropischen Meere. Dazu kommen die marinen Ökosysteme aller Ozeane von der Arktis bis in die Antarktis sowie die limnischen und fluviatilen Süßwassersysteme und die Moore.

Dass Arten sich neu bilden und vergehen ist zumindest langfristig betrachtet nichts außergewöhnliches, sondern ein fester Bestandteil der natürlichen Evolution auf der Erde. Seit Beginn des Lebens vor 3,5 Milliarden Jahren dürften etwa 99 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten, die je unseren Planeten besiedelt haben, wieder verschwunden sein. Die gegenwärtigen und zukünftigen weltweiten Verluste von Arten infolge von Landumwandlungen mit Habitatverlusten und der direkten Zerstörung gewachsener Lebensräume durch den Menschen sind mit denen der fünf bekannten Massensterben der Erdgeschichte vergleichbar, die in den vergangenen 500 Millionen Jahren stattgefunden haben. In heutiger Zeit sollen globale Natur- und Artenschutzprogramme solche aktuellen Artensterben verhindern, die plakativ als das „Sechste Massensterben“ bezeichnet werden.

 

 

1.6. 11 bis 17 Uhr Kindertag im Planetarium

ab 11.00 Uhr  Kindermalstraße, Kinderschminken außen ganztags

12.00 - 13.00 Uhr  Wirbelwindkonzert im Weltraum - Kinderkultur Thüringen e.V

13.15 - 14.00 Uhr Unendlich und Eins

14.15 - 15.15 Uhr Struwwelpeter, TheaterfahrendesVolk

15.30 - 16.30 Uhr  Im Jahreskreis der Sonne

Eintritt: 4,90 €

 

 

58. Ernst-Abbe-Kolloquium

Mi · 11.06.2014 · 17.00 Uhr - Eintritt frei!

Flüssigkristalle – die wissenschaftliche Revolution
im Wohnzimmer

Dr. Thomas Geelhaar, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker

Heute sind Flüssigkristalle in vielen Bereichen unseres Lebens kaum noch wegzudenken – kaum ein anderes High-Tech-Material hat in den letzten Jahren so schnell eine solche Verbreitung gefunden. Millionen von Nutzern eines Tablet-Computers erfreuen sich heute am brillanten Display, ohne dabei dieses mit den Flüssigkristallen zwischen den Glasplättchen und Polarisatoren in Verbindung zu bringen.

Wie kam es aber 1888 zu deren Entdeckung? Der Vortrag beschreibt die Geschichte der Flüssigkristalle, den Gelehrtenstreit nach Reinitzers Entdeckung, die Erfindungen zu deren Anwendung in Displays und deren kommerzieller Erfolg. Denn heute nutzen sie über 4 Milliarden Menschen bei ihrer mobilen Kommunikation.

 

 

57. Ernst-Abbe-Kolloquium

Mi · 07.05.2014 · 17.00 Uhr - Eintritt frei!

Das menschliche Gehirn, ein Wunderwerk mit vielen Wirklichkeiten

Georg W. Kreutzberg

Max Planck Institut für Neurobiologie, 82152 Martinsried

Das menschliche Gehirn ist das komplexeste Gebilde in dem uns bekannten Universum. Die Zahl seiner Zellen liegt im Bereich mehrerer Hundert Milliarden. Dennoch ist es der Hirnforschung in vielen Jahren gelungen, dieses Universum in groben Umrissen zu verstehen. Dabei haben wir gelernt, dass unser Gehirn nicht nur die Welt um uns abbildet, sondern auch eigene Wirklichkeiten erschafft, die als subjektive Realitäten die gleiche Wertigkeit für uns haben, wie die physikalische Umwelt.

Prof. em. Dr. med. Dr. h.c. Georg W. Kreutzberg, geb.1932 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Studium der Medizin in Bonn, Freiburg, Innsbruck, Wien; ärztliche Approbation und Promotion in Freiburg/Br., Facharzt und Habilitation für Neuropathologie in München, Postdoc am MIT, Cambridge, USA, Visiting Prof. an der Rockefeller University und an der Universität Zürich. Seit 1978 Wissenschaftliches Mitglied und Direktor am MPI für Psychiatrie in München und am MPI für Neurobiologie in Martinsried, davon elf Jahre als Geschäftsführender Direktor des Theoretischen Instituts. Er ist einer der Gründer von EICOS, der "European Initiative for Communicators of Science", wurde mit mehreren wissenschaftlichen Preisen geehrt, mit dem Dr. h.c. der Universität Szeged, Ungarn ausgezeichnet, erhielt das Bundesverdienstkreuz 1 Klasse und ist seit 2000 Emeritus. Mit mehr als 350 wissenschaftlichen Arbeiten gehört er zu den 100 weltweit am häufigsten zitierten Neurowissenschaftlern.

 

 

56. Ernst-Abbe-Kolloquium

Mi · 09.04.2014 · 17.00 Uhr - Eintritt frei!

Prof. Dr. Harald Fritzsch

Der Urknall - die Physik vom Anfang der Welt

Die Grundlage der modernen Kosmologie ist die Allgemeine Relativitätstheorie von Albert Einstein, die 1916 veröffentlicht wurde. Erste Ideen zur Kosmologie wurden danach von Einstein, Friedman und Lemaitre publiziert.

1929 entdeckte Edwin Hubble vom California Institute of Technology mit dem Teleskop auf dem Mount Wilson bei Pasadena, dass die fernen Galaxien sich von der Erde wegbewegen mit Geschwindigkeiten, die proportional zur Entfernung sind. Dies ist ein Hinweis, dass der Kosmos vor ca. 14 Milliarden Jahren durch eine gewaltige Explosion entstand, durch den Urknall.

Am Anfang war der Kosmos sehr heiß - die thermische Strahlung wurde 1964 entdeckt. Sie hat heute eine Temperatur von 2.7 K. Kurz nach dem Urknall gab es keine Atome oder Atomkerne, nur Quarks, die Bausteine der Nukleonen, sowie Elektronen, Neutrinos und die entsprechenden Antiteilchen.

Mit Hilfe der Teilchenphysik kann man die kosmologische Entwicklung in den ersten Minuten nach dem Urknall berechnen. Allerdings gibt es eine Reihe von ungelösten Problemen, etwa das Problem der dunklen Materie und der dunklen Energie.

 

 

55. Ernst-Abbe-Kolloquium

Mi · 26.02.2014 · 17.00 Uhr - Eintritt frei!

Professor Dr. Hans Robert Schöler

Direktor des Max‐Planck‐Institutes für molekulare Biomedizin 

August Weismann, Shinya Yamanaka und die künstlich induzierte Pluripotenz

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